Liebe Freunde von Goloka Dhama,
Es ist mir eine große Ehre, dass ich für die Februar Ausgabe des Goloka Dhama Newsletters etwas schreiben darf. Goloka Dhama ist ein ganz besonderer Ort und durch die Barmherzigkeit Krishnas ist es mir erlaubt, nun schon seit dreißig Jahren an diesem heiligen Ort zu leben.
„Dhama“ bedeutet göttlich strahlendes Reich, in dem Gott gegenwärtig ist und „Goloka“ ist der Ort, (loka) der Kühe (Go). So gibt es verschiedene Namen für besondere spirituelle Orte an denen Sri Krishna und seine Geweihten gegenwärtig sind. Vor 5000 Jahren erschien Krishna persönlich auf dieser Erde in dem Ort Vrindavana. Vana bedeutet Wald und Vrinda ist die heilige Tulasi Pflanze.
In der Erläuterung zu Bhagavad-Gita 15.6. heißt es: Hier wird die spirituelle Welt, das Reich der Höchsten Persönlichkeit Gottes beschrieben, das als Krishnaloka oder Goloka Vrindavana bekannt ist. Im spirituellen Himmel sind weder Sonnenschein,Mondschein,Feuer noch Elektrizität erforderlich,denn alle Planeten dort sind selbstleuchtend.
Unser Goloka Dhama liegt jedoch mitten im Schwarzwälder Hochwald, wie er hier genannt wird, auf dem Planeten Erde. Ursprünglich wuchsen Buchen, (die schon den alten Kelten heilig waren) Eichen, Birken und Erlen in diesem Wald, die jetzt langsam wieder zum Leben erwachen und die Fichten, die als Nutzholz in Monokulturen gepflanzt wurden, verdrängen. Seit 2015 ist das Gebiet zum Nationalpark erklärt worden. Das bedeutet, dass keine Bäume mehr gefällt werden und die Jagd stark eingeschränkt worden ist - in Zukunft wohl auch ganz eingestellt werden wird.
Die Erhaltung der Schöpfung bedeutet Erscheinungsweise der Tugend (Sattva Guna) und Shri Vishnu ist für die Erhaltung der Welt zuständig. Von daher passt diese ökologische Entwicklung doch sehr schön zu unserem Goloka Dhama Tempel!
Obwohl Radha und Krishna den Wald des Tulasistrauches sehr lieben wachsen ja auch in Vrindavana viele andere Sträucher und Bäume,die alle ganz besondere Seelen sind. Dennoch haben unsere Pujaris (Priesterinnen) sich immer sehr hingebungsvoll um Krishnas Tulasi Pflanzen hier in Goloka Dhama gekümmert und so gibt es nun seit zwei Jahren ein Gewächshaus mit wunderschönen großen Tulasi Pflanzen! Nun,da fehlen jetzt ja nur noch ein paar Kühe,dann wäre alles da: Vrinda (Vana) und Go (Loka). Kühe sind wunderbare Wesen, aber es ist eine große Verantwortung sich um sie zu kümmern. Man braucht viel Weideland und besonders bei unserem Klima eine angemessene Unterbringung und Versorgung. Zur Zeit wäre dies in Goloka Dhama nicht möglich, aber wer weiß,was die Zukunft noch bringen mag.
Goloka Dhama hat verschiedene Entwicklungsphasen durchlaufen und ich kann eines sagen:
“Es geht immer weiter!“ Ja, nach meiner Einschätzung wird es sogar immer besser!
Seit 50 Jahren sind Shri Shri Radha Madana Mohana in Deutschland. Seit nunmehr fast 30 Jahren werden Sie in Goloka Dhama verehrt. Das göttliche Paar wird immer schöner und die Sandeshs schmecken immer besser! Auch der Altar ist heutzutage künstlerisch wundervoll geschmückt. Warum sollte diese Verehrung nicht über weitere Jahrzehnte oder Jahrhunderte oder gar Jahrtausende weitergeführt werden? Es wäre doch schön, wenn Goloka Dhama noch für viele Generationen nach uns erhalten bliebe.
Als wir 1995 das Projekt Goloka Dhama ins Leben riefen, war dieser Ort noch ohne Tempelraum und ohne Shri Shri Radha Madana Mohana. Der jetzige Tempelraum war damals noch eine Werkstatt von unseren Vorgängern. Es gab nur einen provisorischen Tempelraum, der heute Mataji ashrama ist, mit den Gaura Nitai Deitys vom damaligen Busprogramm von Gadadhara und Tattva Prabhus. Es gab eine große Anzahl von Sankirtana Devotees, also Gottgeweihte, die während der Woche mit den sogenannten Sankitan Vans von Stadt zu Stadt unterwegs sind, um den Menschen Shrila Prabhupadas Bücher anzubieten. Der Tempel war ein Sankirtana Zentrum für die Buchverteiler und ein Platz für die Haushälter, um in einer natürlichen Umgebung ein spirituelles Familienleben zu führen. Daher wurde auch das Buchlager im Nachbarort Brücken erworben. Auch die Bhakti-Yoga-Einführungskurse (damals noch unter dem Namen Bhaktaprogramm) fanden bis Ende der Neunziger Jahre in Goloka Dhama statt. Arbeitsplätze für die Haushälter wurden auf wunderbare Weise durch die Gründung der Firma Govinda von Vishvadeva Prabhu geschaffen.Von hier aus wurde nun an Millionen von Menschen Prasadam (geheiligte Nahrung) verteilt.
Anfang 2000 entwickelte sich das Projekt in eine“Wir sind offen für alles“ Richtung. Auf unserem Seminar Prospekt wurde Goloka Dhama einfach Hujetsmühle Seminar und Kulturzentrum. Unter anderem wurden Tai Chi, Feng Shui, Autogenes Training, Makrobiotik und Reiki angeboten. Diese Phase war aber nicht von langer Dauer und man besann sich schon bald wieder auf die eigenen spirituellen Wurzeln.Uns wurde klar, dass unsere eigene Tradition doch eigentlich viel mehr zu bieten hat und auf transzendentale Weise so anziehend ist, so dass wir den Menschen besser die Dinge anbieten sollten, die wir natürlicherweise bereits selbst praktizieren. Dazu gehören besonders die Vaishnava Feste, von Govardhana Puja bis hin zu Janmashtami, die Menschen von nah und fern nach Goloka Dhama bringen.
Besonders His Holiness Sacinandana Swami hat hier, durch seine transzendentalen Vorträge und seine reine Hingabe an Shri Shri Radha Madana Mohana, vielen Besuchern und Gottgeweihten tiefe Inspiration für ihr spirituelles Leben gegeben. Auch seine hingegebenen Schüler wie Bhagavat Dharma dasa, Gaura Hari dasa, Vaijajanti dasi, Bhaktin Valentina und viele andere Gottgeweihte, haben auf wunderbare Weise dazu beigetragen, dass unsere Goloka Dhama Festivals von Gästen aus der ganzen Welt besucht werden. Wunderbare Bereicherungen für Goloka dhama, die uns mit Gästen aud aller Welt segnen, sind außerdem, das von der EU geförderte Erasmus- und das Work Away Programm. ( Darüber könnte man einen ganzen Newsletter schreiben.)
Goloka Dhama ist heute das, was es sein sollte: Ein Heiliger Pilgerort und ein Ort für transzendentale Bildung. So gab es 2025 eine Vielzahl von spirituellen Seminaren, die sehr schön von Divya Nama organisiert wurden, sowie große und kleine Festivals, die alle gut besucht waren. Dazu gehört natürlich auch unser Sonntagsfest, dass über all die Jahre viele Besucher anzieht.
Eine besondere Bereicherung in Goloka Dhama sind die abendlichen Kirtans, die sehr stetig von Balagovinda und Priya Manjari abgehalten werden und besonders jeden Freitag abend viele Gottgeweihte und Besucher zusammenbringen, um Shri Shri Radha Madana Mohana zu verehren.
Shrila Prabhupada bezeichnete die ISKCON oft auch als die Hare Krishna Bewegung. Ohne Bewegung wird's langweilig. In Bewegung bleibt alles interessant und spannend. Tatsächlich bewegt ISKCON vieles in der Welt und vieles bewegt sich auch innerhalb der ISKCON. Bewegung hält uns gesund, Bewegung hält uns vital, sowohl materiell wie auch spirituell. „Wer rastet der rostet.“ Also lasst uns alle an dieser wundervollen Hare Krishna Bewegung teilhaben und mitwirken, jeder auf seine eigene Art und Weise.
„Nehmt einfach diese Bewegung mit Geduld, Fleiß und Intelligenz auf. Es ist sehr einfach. Ihr habt es schon erlebt. Hört nicht auf. Wachst mehr und mehr. Euer Land wird glücklich sein und die ganze Welt wird sich freuen!“
(Shrila Prabhupada,Vortrag in Chicago, am 10. Juli 1975)
Hare Krishna,
euer Diener, Adisesa dasa, für und im Namen von Goloka Dhama