Liebe Freunde von Goloka Dhama!
Von dem Platz aus, an dem ich gerade sitze und schreibe, sehe ich über das Gelände von Goloka Dhama, im Hintergrund das Hauptgebäude, der Tempel. Rauch steigt aus dem Schornstein, das bedeutet , dass Bala Govinda Prabhu gerade Holz nachgelegt hat. Er sorgt das ganze Jahr über dafür, dass der Tempel und das Gästehaus warm sind. Bevor das Holz in den Ofen kommt ist es schon durch viele Hände gegangen: schneiden, lagern, aufladen, abladen , aufstapeln, feuern usw. Egal wo mein Blick hinfällt, alles erzählt eine persönliche Geschichte. Da liegt das Fundament für ein geplantes Feuerzeremonien Häuschen. Hier steckt auch ein fleißiger Gottgeweihter dahinter, Krsna Candra Prabhu.
Eine weitere Baustelle erwacht gerade wieder zum Leben: der Bau eines Shiva Lingam Schreines.
Sie steht unter der Leitung von Manjula Mani dd, die nun, nach vielen Monaten harter Arbeit am neuen Prasadam Raum, wieder Zeit hat, ihr nächstes Projekt anzugehen. Unser talentierter Handwerker Rapheal ist gerade dabei, hierfür eine Natursteinmauer aus eigenen Bachbettsteinen zu legen.
Wie ihr wahrscheinlich schon während eines Besuches in Goloka Dhama erkannt habt, sind wir 'STEINreich'. Egal wo hier gebaggert oder gegraben wird, man stößt auf Steine.
Dieser wundervolle Ort, durch Sri Krsnas Präsenz ein beliebter Pilgerort, ist nun schon seit 30 Jahren mein zu Hause. Jede Jahreszeit hat hier ihren eigenen Charme. Zur Zeit konkurrieren die sich färbenden Blätter an den Bäumen mit den noch hängenden roten und gelben Äpfeln .
Nun wird es ruhiger im Tal. Der Sommer ist vorbei, und mit ihm seine vielen Festivals, Yogaretreats, Seminare und Besuche von Feriengästen. Ich nenne es die Zeit der inneren Einkehr oder der inneren Pilgerreise, wobei der alljährliche Monat Kartik eine spirituelle Hilfe bietet.
Einige unserer Gottgeweihten gehen auf Pilgerreise, andere versuchen hier vor Ort in dieser Zeit durch besondere Gelübde den segensreichen Monat zu nutzen.
Aber wieder zurück zu meinem Zimmer mit Tempelblick:
Die letzten Tagetes Blumen werden für Girlanden gepflückt und im Gemüsegarten sieht man wunderschöne Kürbisse, die darauf warten, in Form von leckeren Gemüsecurrys, Ofengemüse oder Kürbissuppe auf die Silberteller von Sri Sri Radha Madana Mohana zu kommen.
Was auch immer meine Augen hier erblicken ist ein Teil dieses wunderschönen Pilgerortes. Jeder Gottgeweihte, der da unten geht, steht, arbeitet oder am Bach sitzend chantet, hat eine Beziehung zu Sri Sri Radha Madana Mohana, den wahren Besitzern dieses Platzes.
Hinter den Mauern des Gästehauses leben Gottgeweihten.
Ekanti zum Beispiel verbringt viele Stunden am Computer. Sie hilft mit ihrem Talent dem Tempel in vielen Bereichen.
Da ist auch Priya Manjari, die sich um die Reservierung der Gästezimmer kümmert und bekannt ist für ihre wunderschönen Kirtanabende.
Da lebt Natasha mit ihren beiden netten Teenies. Natasha macht die schönsten Girlanden und kocht auch für Sonntagsfeste oder Seminargruppen.
Auch Indulekha Gopi lebt im Gästehaus. Sie blüht im Pujariseva auf und hegt und pflegt die eigens vorgezogenen Blumenbeete.
Oben unterm Dach des Gästehauses wohnt unsere sechsköpfige Familie. Ihr Neuzuwachs, die kleine Daya, tanzt, seit sie alleine auf ihren kleinem Füsschen stehen kann, jeden Morgen und Abend vor den Deities, als hätte sie nie etwas anderes getan. Hochachtung gilt hier der Mama, Yuvati Radha, für ihre Ruhe und Gelassenheit, mit der sie ihre vier Kinder liebevoll im Grosswerden unterstützt.
Ja, was gibt es noch alles zu erzählen von unserem Goloka Dhama Tempelprojekt?
Es kommt immer wieder vor, dass ältere Gottgeweihte, die hier einmal gelebt haben, zu Besuch kommen. Die meisten der jungen Gottgeweihten, die zur Zeit hier leben, kennen diese nicht und wissen nicht um all die vielen Dienste, die sie hier einst geleistet haben.
Doch Einer kennt sie, Einer weiß alles, Einer freut sich , Einer vergisst nichts…..
Hierzu fällt mir ein Vers aus der Bhagavat Gita 7.26 ein:
„O Arjuna, als die Höchste Persönlichkeit Gottes weiß Ich alles, was in der Vergangenheit geschah, alles, was in der Gegenwart geschieht, und alles, was sich in der Zukunft ereignen wird. Ich kenne auch alle Lebewesen, doch mich kennt niemand.“
Und das ist das Wunderbare an diesem Idyllischen Ort:
Hier kannst du deine Liebe und Hingabe zu Sri Krsna leben, weiterentwickeln und Krsnas Präsenz hinter allem sehen und spüren. Was will man mehr?
Ich weiß, ich habe nicht alle Gottgeweihten, die hier leben aufgezählt, sie mögen mir verzeihen.
Es gibt ja auch noch so viele tolle Vaisnavas, die in der Umgebung leben und hier regelmäßig den
Tempel besuchen, ihn durch ihre großzügigen Spenden finanziell unterstützen, von der Ferne aus
ihren Dienst an Kṛṣṇa verrichten, viel Seva leisten und so zum Bestehen von Goloka Dhama
beitragen.
Mein Augenmerk lag gerade auf der näheren Nachbarschaft und diesem wundervollen Ausblick auf das herbstliche Treiben in Goloka Dhama.
Alles Liebe und bis hoffentlich bald
Eure Narayani dd, für und im Namen von Goloka Dhama